Warum ein Sattel unbedingt ans Pferd angepasst werden sollte

Warum ein Sattel unbedingt ans Pferd angepasst werden sollte

Ein Pferd soll seinen Reiter tragen. Deswegen muss der Sattel möglichst großflächig auf dem Rücken des Pferdes aufliegen. Dadurch wird gewährleistet, dass das Reitergewicht gleichmäßig verteilt wird.

Zum Vergleich: Stellen wir uns vor, wir sollen einen Rucksack mit ca. einem Zehntel unseres Körpergewichtes tragen. Es ist natürlich angenehmer einen Rucksack mit breiten gepolsterten Trägern zu tragen, als einen, der nur dünne Schnüre hätte.

Entsprechend ist es für ein Pferd wichtig, dass der Sattel großflächig auf der Muskulatur aufliegt und gepolstert ist. Die knöchernen Punkte, wie die Wirbelsäule und der Widerrist, sollen frei bleiben. Die Schulter muss sich ebenfalls frei bewegen können und darf durch den Sattel nicht behindert oder eingeklemmt werden. Nur so kann das Pferd seinen Reiter beschwerdefrei tragen.

Sollte der Sattel diese Punkte nicht erfüllen bzw. ist man sich dessen nicht sicher, sollte man den Fachmann zur Beurteilung des Sattels zurate ziehen. Das gilt auch, wenn sich das Pferd verändert hat.

Zudem muss gerade beim Englischsattel bedacht werden, dass die Polsterung sich im Laufe der Zeit zusammen drückt. Daher sollten der Sitz und die Polsterung dieser Sättel 1-2-mal jährlich vom Fachmann überprüft werden.

Noch ein Tipp:
Beim Neukauf eines Sattels für ein neues oder ein junges Pferd sollte man außer auf die Passform noch darauf achten, dass sich das Kopfeisen verstellen lässt. Ein junges Pferd kann sich noch stark verändern. Die Muskulatur muss sich erst ausbilden. Ähnliches kann Ihnen beim Kauf eines neuen Pferdes passieren. Durch die veränderte Trainingssituation ändert sich auch die Muskulatur und passt sich der neuen Situation an.

 

Was überprüft nun der Sattler? Und wie?

Der Sattel wird auf den Rücken des Pferdes gelegt. Zuerst wird geschaut, ob der Schwerpunkt stimmt. Dann ob Widerrist und Wirbelsäule frei liegen und ob die Schulter genügend Bewegungsfreiheit hat. Zur Überprüfung der Polsterung wird der Sattel abgenommen. Ich bevorzuge die Methode mit einem Anpassgitter. Das Gitter wird so gebogen, dass es genau auf dem Rücken des Pferdes aufliegt. Danach wird es umgedreht und in den Sattel hineingelegt. Jetzt kann man genau erkennen, an welcher Stelle der Sattel keinen Kontakt zum Pferderücken hat oder ob er Druck ausübt. Die Polsterung kann entsprechend geändert werden.

Der Sattel wird wieder aufgelegt und gegurtet. Nochmals wird der Schwerpunkt Schulter-, Widerrist- und Wirbelsäulenfreiheit überprüft. Danach sollte, wenn es möglich ist, Probe geritten werden. Der Schweißabdruck unter dem Sattel kann nochmals einen letzten Eindruck über den Sitz des Sattels vermitteln.

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