Pferde-Osteopathie: kleine Griffe mit großer Wirkung

Pferde-Osteopathie: kleine Griffe mit großer Wirkung

Was ist Pferde-Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine sanfte Heilmethode, die den Organismus als eine komplexe Einheit begreift, alle Strukturen und Funktionen sind miteinander verknüpft. Osteotherapeuthen vergleichen den Körper deswegen auch mit einem Uhrwerk, in dem ein Rädchen ins andere greift. Ist eine Stelle gestört, kann das Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. D.h. eine Störung am Kiefergelenk oder am ersten Halswirbel kann eine Lahmheit am Vorderbein nach sich ziehen.

Mit Händen heilen

Die Osteopathie ist eine manuelle Behandlungstechnik. Der Therapeut setzt allein seine Hände ein. So ertastet er Bewegungseinschränkungen. Diese können durch Unfälle, Stürze oder Gelenkblockierungen entstanden sein, aber auch eine Folge sein von Muskelverkürzungen, Muskelverspannungen, Narben-, Bänder- oder Gelenkverklebung.

Mithilfe seiner Hände versucht der Therapeut, die Blockierungen zu lösen. Das Haltungs- und Bewegungssystem ist mit allen wichtigen Funktionskreisen des Körpers eng verbunden. Daher zeigt die osteopathische Behandlung auch Wirkung auf Atmung, Herz-Kreislauf, Stoffwechsel und Psyche.

Leben ist Bewegung

Alles Lebendige ist in ständiger Bewegung. Auch alle Strukturen des Körpers, wie Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bindegewebe, innere Organe usw. sind beweglich. Diese Mobilität ist von entscheidender Wichtigkeit für die Gesundheit des Organismus. Da der lebende Organismus ein unteilbares Ganzes ist, führt die Einschränkung der Beweglichkeit eines Gelenkes, Gewebes oder auch Organs zu Problemen an anderen Stellen des Körpers und kann somit eine Auswirkung auf den gesamten Organismus haben.

Die Funktion des Organismus ist aber auch von der ungestörten Zirkulation der Körperflüssigkeiten (Blut/Lymphe/Gehirnwasser) abhängig, da hierüber die Versorgung, sowie die Entgiftung der Organe und Zellen stattfindet. Diese kann durch eine Behandlung wesentlich verbessert werden. Ziel ist es, das gestörte Gleichgewicht auf allen Körperebenen wieder herzustellen und zu erhalten. Die Harmonisierung des Körpers führt zu einer Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens des Pferdes und zu einer Verbesserung der physischen und psychischen Konstitution.

Arbeitsweise des Osteotherapeuthen

Am Anfang steht das Gespräch mit dem Pferdebesitzer/-reiter über die Vorgeschichte und aktuelle Probleme des Pferdes. Anschließend wird das Pferd im Schritt und Trab auf gerader Linie, danach in allen drei Gangarten an der Longe beurteilt. Zusätzlich achtet man auf auffällige Asymmetrien an den Knochen und Muskeln, als auch im Bewegungsablauf.

Mit der systematischen, manuellen Untersuchung spürt man Bewegungseinschränkungen etc. auf und beseitigt sie individuell auf das Pferd abgestimmt. Hierfür stehen z.B. weiche, muskuläre oder Impulstechniken zur Verfügung.

Nach der Behandlung…

…bekommt der Reiter bzw. Besitzer Tipps und Tricks für die Zeit nach der Therapie. Das Pferd erhält einige Tage Ruhe (d.h. nur Weidegang oder freien Auslauf), danach wird mit leichter Arbeit angefangen und dosiert gesteigert. Der Osteotherapeuth steht häufig mit zusätzlichen Hilfen oder Kontakten zu Trainern, Akupunkteuren etc. zur Verfügung. Je nach Befund wird 3 bis 4 Wochen nach der Behandlung eine Kontrollbehandlung notwendig.

Wann den Pferdeostetherapeuthen rufen

Die Pferde-Osteopathie hat sich besonders bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates bewährt, aber auch bei chronischen Krankheiten und vor allem bei der Vorbeugung von akuten Erkrankungen.

Bei einer andauernden Steifheit u. Widersetzlichkeit gegen die Reiterhilfen, bei unterschiedlichen Formen der Lahmheit, bei einer schlechten Kopfhaltung, schlechten Hals- und/oder Schweifhaltung in Ruhe u. bei der Arbeit, nach einer Komplikation beim Abfohlen, nach einem schweren Sturz, um eine Veränderung der Struktur zu behandeln (auch wenn noch kein Problem sichtbar ist), bei einem Leistungstief, bei Taktfehlern in den verschiedenen Gangarten, bei Schmerzanzeichen während oder nach der Arbeit, nach einer Verletzung, eine frische Verletzung ist besser und schneller zu behandeln als eine ältere oder chronische Verletzung.

Wie finde ich einen guten Pferdeosteotherapeuthen

Der Beruf des Osteotherapeuthen ist in der Human- und Pferdemedizin in Deutschland bislang noch nicht geschützt. Daher ist es wichtig, einen Therapeuten mit fundierter und zertifizierter Ausbildung zu suchen. Eine Vorbildung als Arzt, Tierarzt oder Humanphysiotherapeut ist unbedingt notwendig, um die komplexen anatomischen und biomechanischen Zusammenhänge zu verstehen und Krankheitsbilder und Kontraindikationen zu erkennen.

Ausbildung zum Pferdeosteotherapeuthen

Die Ausbildung am Deutschen Institut für Pferde-Osteopathie ist als Weiterbildung über zwei Jahre angelegt. Es dürfen nur Ärzte, Tierärzte und Humanphysiotherapeuten die Ausbildung absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss dürfen die Absolventen die Bezeichnung DIPO-Pferdeosteotherapeut tragen. Der DIPO-Pferdeosteotherapeut ist als Zusatzbezeichnung von der Tierärztekammer Westfalen-Lippe anerkannt, und der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) hat einen Kooperationsvertrag mit dem DIPO geschlossen.

Die Ausbildung zum DIPO-Pferdeosteotherapeuten ist damit die einzige, die von mehreren Tierärztekammern, dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) anerkannt ist.

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