Zirzensische Lektion: Beine heben

Zirzensische Lektion: Beine heben

Viele Reiter und Besitzer barocker Pferderassen, wie beispielsweise dem PRE oder dem Friesen, sind fasziniert von den zirzensischen Lektionen, für die diese Pferderassen offenbar eine besondere Begabung haben, und die in Showprogrammen gerne dargeboten werden. Damit ein Pferd jedoch den perfekten „Spanischen Schritt“ zeigt, oder sich vor dem Reiter mit einem „Kompliment“ verbeugt, bedarf es schon einer gewissen Zeit und sehr viel Übung.

Die Lektion „Beine heben“ ist eine Grundübung, die als Voraussetzung für die anspruchsvolleren zirzensischen Lektionen gilt.

Lernziel: Das Pferd soll alle vier Beine auf Kommando heben können

Ziel der Übung „Beine heben“ ist es, dass das Pferd nach Aufforderung das jeweils gewünschte Bein anhebt und mit weiterer Übung das Bein auch erst wieder auf Kommando auf dem Boden absetzt.

Wie bringe ich dem Pferd das „Beine heben“ bei?

Ganz gleich, ob beim Hufe auskratzen oder beim Schmied, jedes Pferd sollte im Alltag ohne Probleme dazu in der Lage sein, auf Wunsch das Bein zu heben. Allerdings fordert der Reiter das Pferd in der Regel zum Beine heben auf, indem der vordere oder hintere Mittelfußknochen mit der Hand berührt wird, um den Huf dann aufzunehmen und solange festzuhalten, bis der Huf ausgekratzt ist, oder das Eisen aufgeschlagen wurde.

Die zirzensische Lektion des „Bein Hebens“ greift man allerdings nicht auf die Hand zurück, um das Pferd am Bein zu stimulieren, sondern man verwendet eine Gerte, um so eine künstliche Verlängerung des Arms zu schaffen. Auf diese Art und Weise hat der Reiter während der Übung die ganze Zeit die Möglichkeit aufrecht direkt neben dem Pferd stehen zu können, wodurch sich eine mögliche Unfallgefahr minimieren lässt.

Man beginnt mit der Übung, indem man sich zunächst auf die Beine einer bestimmten Seite konzentriert. Mit der Gerte wird dabei das Vorder- bzw. Hinterbein von der Seite oder von vorne am Röhrbein solange leicht touchiert bis das Pferd mit einer Reaktion reagiert. Dabei sollte schon die kleinste Reaktion ausreichen, um das Pferd ausgiebig zu loben. Ein Schlagen nach der Gerte darf hingegen auf keinen Fall belohnt werden. Schon bald wird das Pferd lernen, dass es beim Heben des Beins beispielsweise mit einem Leckerchen belohnt wird, und dass eine ungewünschte oder ausbleibende Reaktion keine Belohnung mit sich bringt.

Erst wenn das Pferd problemlos alle vier Beine auf Kommando anhebt, kann man einen Schritt weitergehen und das Absetzen auf Kommando trainieren. Das Pferd soll das Bein also so lange gehoben halten, wie ein bestehender Kontakt mit der Gerte besteht. Erst wenn die Gerte zurückgenommen wird und der Reiter ein stimmliches Kommando seiner Wahl, wie beispielsweise „Ab“ gibt, darf das Pferd das Bein wieder abstellen.

Dabei sollte man beachten, dass das Kommando zum Abstellen am Anfang sehr schnell kommen sollte, und dass die Belohnung erst dann erfolgt, wenn das Bein wieder abgestellt wurde. Stellt das Pferd das Bein vor Gabe des entsprechenden Kommandos ab, so erhält es keine Belohnung.

Gefahren dieser Zirzensische Lektion

Leider ähnelt das „Bein heben“ dem unerwünschten Scharren, dass ein Pferd an den Tag legt, wenn es Aufmerksamkeit von seinem Reiter oder ein Leckerchen fordert. Damit man die Entstehung des Scharrens vermeidet, sollte der Reiter diese Lektion nie am Putzplatz üben, sondern ausschließlich in der Reitbahn. Scharrt das Pferd dennoch, so wird dieses entweder durch den Reiter ignoriert oder mit einem klaren „Nein“ bestraft.

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