Fellpflege – Wie putzt man ein Pferd richtig?

Wie putzt man ein Pferd richtig?

In der freien Wildbahn ist das Pferd nicht nur Steppentiere, es hat also ein großes Bewegungsbedürfnis, sondern es ist auch Herdentier und braucht den täglichen Sozialkontakt zu seinen Artgenossen. Aus diesem Grund ist der Reiter nicht nur dazu verpflichtet, dem Pferd durch Weidegang oder tägliches Reiten ausreichend Bewegung zu verschaffen. Auch die Sozialkontakte, und die damit verbundenen Rituale müssen durch den Pferdehalter ermöglicht werden. Während Pferde in der Natur gegenseitige Fellpflege betreiben, muss diese Aufgabe in der heutigen Stallhaltung vom Menschen übernommen werden. Aus diesem Grund sollten Pferde, die jeden Tag geritten werden, auch einmal täglich gründlich geputzt werden.

Warum sollte ein Pferd geputzt werden?

Das Putzen eines Pferdes bringt unterschiedliche Vorteile mit sich. In erster Linie sollten Pferde vor dem Reiten geputzt werden, um das Fell von Dreck, Staub und Schweiß zu befreien. Unabhängig von der Tatsache, dass saubere, gepflegte Pferde netter anzusehen sind, verhindert man durch tägliches Putzen auch, dass Staub und Dreck zu Scheuerstellen unter dem Sattel und den Bandagen bzw. Gamaschen führt. Zusätzlich dazu wirkt die tägliche Fellpflege des Pferdes wie eine Massage, durch die nicht nur die Durchblutung der Haut gefördert wird, sondern auch eine bessere Hautatmung des Pferdes gewährleistet wird.

Unabhängig von den gesundheitlichen Aspekten wirkt sich die Fellpflege des Pferdes auch positiv auf die Beziehung zwischen Pferd und Reiter aus. Schließlich simuliert der Mensch durch das Putzen den Körperkontakt, den das Pferd in der Herde mit anderen Artgenossen pflegt.

Pferde richtig putzen

Pferde sollten einmal täglich, am besten vor dem Reiten, und stets zur gleichen Zeit, geputzt werden. Dazu sollte man die Box verlassen und einen gesonderten Putzplatz aufsuchen, an dem das Pferd, im Idealfall, an beiden Seiten des Halfters angebunden werden kann. Auf diese Weise kann der Reiter das unerwünschte Spielen des Pferdes mit dem Anbindestrick vermeiden. Während des Putzens steht man immer seitlich zum Pferd und nie direkt dahinter, denn nur auf diese Weise hat man als Reiter die Möglichkeit eventuellen Tritten, die ein sich erschreckendes Pferd austeilen kann, zu entgehen.

Striegeln des Pferdes

Mit dem Putzen des Pferdes beginnt man immer an dessen vorderen linken Seite mit dessen Hals. Mit einem Gummi- oder Eisenstriegel raut man das Fell des Pferdes in kreisenden Bewegungen von vorne nach hinten bis zur Flanke des Pferdes auf. Der Striegel befindet sich dabei in der linken Hand. Ab der Flanke wechselt der Striegel in die rechte Hand, da auf diese Weise der seitliche „Sicherheitsabstand“ zum Pferd vergrößert werden kann. Pferde sind nämlich nicht nur in der Lage nach hinten auszutreten, sondern sie können eine Person auch treffen, wenn sie sich im seitlichen Flankenbereich des Pferdes aufhält.

Mit der rechten Seite verfährt man genauso. Aber Achtung, mit einem Striegel werden nur die gut bemuskelten Körperpartien des Pferdes bearbeitet. Körperstellen wie Kopf, Hüftknochen und Beine, bei denen die Haut direkt auf dem Kochen aufliegt, werden nicht gestriegelt. Auch am Bauch sollte man mit weniger Druck striegeln als beispielsweise am Hals, da hier viele Pferde schlicht und ergreifend kitzelig sind.

Fellpflege des Pferdes mit einer Kardätsche

Nach dem Striegeln des Pferdes, bei dem bisher lediglich das Fell aufgeraut wurde, um den Schmutz an die Felloberfläche zu bringen, entfernt man im zweiten Schritt den Staub mit einer Kardätsche, einer Bürste mit weichen Borsten, die den Staub gut aufnehmen. Damit der entfernte Staub jedoch nicht unweigerlich mit jedem neuen Zug wieder auf dem Fell des Pferdes landet, wird die Kardätsche nach jedem Putzzug an einem Striegel abgestreift, den man dazu während des Putzens in der rechten Hand hält, und den man in regelmäßigen Abständen auf dem Boden ausklopft.

Hat man das gesamte Pferd, also auch dessen Kopf und dessen Beine, auf diese Weise vom Staub befreit, so kann das Pferd abschließend noch mit einem sauberen Tuch oder einem speziellen Lammfellhandschuh, abgerieben werden, um die letzten Staubpartikel zu entfernen.

Säuberung der Körperöffnungen

Empfindliche Körperpartien wie die Augen, die Nüstern, die Partie unter der Schweifrübe und den After säubert man gesondert mit einem feuchten Schwamm.

Pflege von Mähne und Schweif

Die Mähne und der Schopf des Pferdes werden mit einem Mähnenkamm oder einer speziellen Mähnenbürste durchgekämmt. Der Schweif des Pferdes sollte hingegen nicht mit einer Bürste bearbeitet werden, da auf diese Weise zu viele Schweifhaare ausgerissen werden können. Stattdessen wird der Schweif verlesen, indem man die Schweifhaare strähnenweise abtrennt und voneinander löst.

Pflege der Hufe

Die Hufe des Pferdes werden beim Putzen mit einem Hufkratzer ausgekratzt. Nach dem Reiten sollte man die Hufe aber auch von außen feucht säubern und mit Huföl einstreichen, um das Austrocknen des Hufhorns zu vermeiden.

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