Boulonnais

Boulonnais

Kategorie: Kaltblut
Herkunft: Frankreich
Größe: 150 – 180 cm
Gewicht: 600 – 900 kg

Eigenschaften des Boulonnais

Beschreibung der Rasse

Die Boulonnais stammen aus der Picardie im Nordwesten von Frankreich. Bereits seit dem 14. Jahrhundert wurden sie als Kriegspferde eingesetzt. Im Laufe der Geschichte hat sich die Rasse durch den Einfluss verschiedener weiterer Rassen optisch sowie vom Wesen her verändert. Während des Mittelalters wurden zum Beispiel spanische Rassen wie der Araber eingekreuzt, der die Einsatzfreude und das Temperament sowie die Intelligenz vererbt haben sollen.

Im 17. Jahrhundert wurde die Rasse ebenfalls wie die Percheron auf ihre Größe und Schwere hin gezüchtet, um als Arbeitstier eingesetzt werden zu können.
Trotz ihrer Schönheit und ihrem ausgeprägten Arbeitswillen waren die Boulonnais bis vor kurzem vom Aussterben bedroht. Sie gehören bis heute zu den seltensten Pferderassen der Welt. Der französische Zuchtverband „le Syndicat hippique Boulonnais“ wurde im Jahr 1886 zur Erhaltung und Förderung der Rasse gegründet. Seit 2003 ist er vom französischen Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei als nationaler Rasseverband anerkannt.

Eingesetzt werden die heute verbleibenden Boulonnais in vielen Disziplinen. Sie werden weiterhin als Zug- und Arbeitspferde eingesetzt, darüber hinaus gefallen sie auch zum Beispiel sehr in der Dressur und beim Showreiten, da sie trotz ihrer Statur ein Bewegungskünstler unter dem Sattel sind.

Die Färbungen

Die Boulonnais kommen hauptsächlich als Schimmel daher, in sämtlichen Schimmelvarianten. Füchse, Braune und Rappen gibt es eher wenig. Der Anteil an braunen Boulonnais zum Beispiel soll weltweit etwa nur ca. 15 % betragen, Rappen sind heutzutage noch seltener. Die Fohlen werden typischerweise als Füchse geboren und hellen dann langsam mit zunehmendem Alter auf, bis sie als Schimmel hervorgehen.

Die Optik

Boulonnais haben große und breite Köpfe, die zum Teil etwas orientalisch gewölbt sind, wie man es von einem Vollblüter her kennt. Die Ohren sind klein und gerade. Die Augen sind lebhaft, temperamentvoll und voller Stolz. Getragen wird der Kopf von einem kräftigen und gut bemuskelten Hals, der eine eher kürzere, meist buschige Mähne trägt.

Die Rasse hat eine geöffnete tiefe und breite Brust mit schräger Schulter, welche einen freien Bewegungsablauf ermöglicht. Der Rücken ist relativ gerade und das ganze Pferd ist von seinem Körperbau sehr kompakt und muskulös gebaut. Die Boulonnais haben kurze und kräftige Beine sowie starke Gelenke. Für Ihre kompakte Statur werden sie eher auf kleineren aber sehr trittsicheren stabilen Hufen getragen, vielleicht auch auf den Einfluss des arabischen Blutes zurückzuführen.

Wesen und Charakter

Die Boulonnais sind sehr wesensfest und mutig, aber auch sensibel im Umgang. Die Rasse ist sicherlich durch den Einfluss des arabischen Blutes ein echtes Temperamentsbündel. Hier bestätigt sich wieder, dass Aussehen und Innenleben keinesfalls im Gleichgewicht stehen müssen. Sie sind häufig eher aufgeweckt und etwas ungeduldig als andere Kaltblüter-Rassen. Die Boulonnais sind immer auf der Suche nach Abwechslung und Beschäftigung, richtige Arbeitstiere, die ihre Arbeit gerne und effizient erledigen. Ihre Umgebung entdecken sie ebenfalls mit großer Neugierde und Mut.

Erziehung

Die Boulonnais sind nicht für“ Jedermann“ geeignet, sondern gehören in erfahrene Hände. Durch ihre starke Neugierde und ihren Arbeits- bzw. Beschäftigungsdrang lieben sie knifflige Aufgaben, in denen Körper und Geist gleichermaßen gefördert werden. Sie sind mutig, sowie stark und sehr ausdauernd. Die Boulonnais haben ein hohes Maß an Beschäftigungsdrang, der bei nicht ordnungsgemäßem Umgang, gerade bei der Masse an Pferd, schnell zu einem gefährlichen Unterfangen werden kann.

Mit einer konsequenten, aber genauso liebevollen Ausbildung erreicht man bei der Rasse einen sehr engagierten, vielfältigen Einsatzpartner. Wer geduldig und kreativ an die Ausbildung herangeht, kann in jeglicher Form einen zuverlässigen, treuen und fleißigen Partner gewinnen. Ob als Fahr-Pferd oder Reitpferd, sogar für Dressur- und Showreiten sind die Bewegungskünstler durchaus geeignet.

Besonderheiten des Boulonnais

Durch eine Selektierung der Zucht im 18. Jahrhundert wurde ein starker Einfluss auf die Fellfärbung vorgenommen. Zuvor war die Fellfarbe der Boulonnais häufig eher braun oder schwarz. Es wurde die Färbung in Richtung grau-weiß gezüchtet und Rappen und Braune wurden immer weniger. Der Hintergrund hierzu ist sehr zweckmäßig gedacht gewesen. Da die Rasse unter anderem als Zug- und Transportpferd in der Fischerei eingesetzt wurde und die Arbeitszeiten dort in den sehr frühen Morgenstunden beginnen, wurden Braune und Rappen in der Dunkelheit sehr schwer im Freien gefunden, um sie für die Arbeit fertig zu machen. Schimmel hingegen waren in der Dunkelheit viel schneller zu sehen und ersparte den Fischern wertvolle Arbeitszeit.

Generell gilt die Rasse als sehr frühreif und kann bereits in jungen Jahren voll arbeitsmäßig eingesetzt werden.

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