Percheron
Percheron
Kategorie: Kaltblüter
Herkunft: Frankreich
Größe: Stockmaß: 150 bis 180 Zentimeter
Gewicht: durchschnittlich 900 Kilogramm
Lebenserwartung: ca. 25 Jahre
Eigenschaften Percheron
Beschreibung der Rasse
Die Percheron sind wohl die bekannteste französische Pferderasse, die der Legende nach angeblich von Vollbluthengsten im 8. Jahrhundert in die Grafschaft „Le Perche“ im Nordwesten Frankreichs eingeführt wurde. Nachzuweisen ist, dass Kreuzritter im 11. Jahrhundert erbeutete, orientalische Hengste mit nach Frankreich brachten und diese mit den einheimischen Arbeitsstuten aus Le Perche kreuzten. Das edle Resultat, das sich als Kavallerie- und Arbeitstier besonders eignete, ist durch ein Zuchtbuch der Rasse 1883 geregelt, die Percheron.
Als Arbeitstier in der Landwirtschaft und zum Transport schwerer Lasten verbreitete sich die Zucht weltweit. Insbesondere in den Vereinigten Staaten und Großbritannien.
Im 1. Weltkrieg begleitete es Soldaten als treues Kriegspferd. Durch die Industrialisierung verlor die geschätzte Rasse ihr Ansehen und ihren Zweck und wurde weitestgehend „nur“ noch als Fleischlieferant gesehen. In den 1960er Jahren begannen die Amerikaner wieder mit der aktiven Züchtung und in den 1990er Jahren erlebte die Rasse ihr Comeback auch in Frankreich als beliebtes Arbeitstier und für weitere Zwecke.
Das französische Nationalgestüt „Haras du Pin“ zum Beispiel befindet sich in dem normannischen Département Orne und ist heutzutage die Hochburg der Percheron-Zucht.
Das Gestüt wurde um 1715 erbaut und gilt aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur als das „Versailles der Pferde“. In den Sommermonaten werden dort heutzutage noch Pferdeparaden ausgerichtet, in denen die Percherons beritten und gefahren in voller Pracht vorgestellt werden.
Farben
Die Rasse ist in vielen Färbungen vertreten. In Europa sind die meisten vorkommenden Percherons Schimmel. Auf vielen Bildern gibt es sehr elegante Apfelschimmel zu sehen. In den USA im Gegensatz sind Rappen und Braune häufiger vorzufinden. Der Schwerpunkt der Zucht der Amerikaner liegt mehr auf dem dunklen Farbkleid. Sehr beliebt sind dort die Rappen.
Aussehen
Die Percheron haben einen zarteren Kopf, im Vergleich zu ihrem Körper, mit einem geraden Nasen-Stirnprofil und lebhaften Augen. Die Ohren sind lang und filigran und wirken edler als bei einem typischen Kaltblut. Der Körperbau unterscheidet sich ebenfalls zu einem typischen Kaltblut, wie zum Beispiel die schräge, lange Schulter. Dies benötigt die Rasse auch, da sie im Vergleich deutlich größer werden können als herkömmliche Kaltblüter.
Die Brust ist breit und kräftig und trägt einen muskulösen Hals. Die Beine sind eher kürzer, ebenfalls kräftig und mit starkem Behang. Hier ist die Vorstellung da, wie die Kraft aus dem Körper über die Beine umgesetzt werden, um schnell und effizient große Lasten zu bewegen. Getragen werden die Percheron von mittelgroßen Hufen. Der Schritt und das Traben sind leicht und aktiv, mit starkem Engagement aus der Hinterhand.
Wesen und Charakter Percheron
Das Wesen dieser Rasse ist sehr treu, intelligent und verständnisvoll. Sie kommen sehr gutmütig und mit großem Arbeitswillen daher. Durch Ihre orientalisch-iberische Blutlinien sind sie sehr eifrige und fleißige Arbeitstiere, die im Einsatz absolut überzeugen. Das Temperament der Percheron darf allerdings aufgrund seines Blutes nicht unterschätzt werden.
Erziehung
Ein Percheron gehört in eine erfahrene Hand. Die Rasse ist nicht für „Jedermann“ oder Einsteiger geeignet, denn trotz der Treue und Gutmütigkeit, die die Percheron mit sich bringen, sind sie sensibel und möchten gefordert werden. Das arabische Blut ist in der Körpermasse und -größe nicht zu unterschätzen. Die Rasse ist ein sehr intelligentes Pferd und lernt schnell, mit welchen schlechten Angewohnheiten es bei seinem Reiter oder Fahrer ungestraft durchkommt. Das kann bei der Masse auch schnell zu sehr gefährlichen Situationen kommen. Eine konsequente Ausbildung ist somit unverzichtbar. Ein älteres und gut ausgebildetes Percheron kann später von Reitanfängern geritten werden.
Besonderheiten
Die Rasse ist durch ihre Kreuzung des arabischen Blutes nicht im herkömmlichen Sinne als langweiliges und träges Kaltblut anzusehen. Hier herrscht das edle Blut und bringt diese massige Rasse richtig zum Glänzen, sei es in der Optik wie auch in der Bewegung. Auch die Größe der schönen Kraftpakete ist nicht zu unterschätzen.
Mit einem Stockmaß von 2,13 m und einem Gewicht von 1.372 kg war der in 1902 in den USA geborene Percheronhengst „Dr. Le Gear“ eines der größten Pferde aller Zeiten und ging nicht nur durch seine Schönheit in die Geschichte ein.
A-D
E-H
I-L
M-P
